In diesem Eintrag wird es um meine Reise in den Süden Indiens gehen, welche ich vom 10.01.20 bis zum 19.01.20 unternommen habe.
Am Freitag dem 10.01. ging es für mich und meine Mitbewohnerinnen Hannah, Emma und Josi los. Dafür stiegen wir am Abend in einen sleeper-Zug in Pune, welcher uns nach Bangalore bringen würde. Einen sleeper-Zug muss man sich so vorstellen, dass es insgesamt immer 3 Betten übereinander gibt, also sozusagen drei Etagen. Ich hatte also eine ganze Matratze nur für mich, weshalb ich eigentlich auch ganz gut schlafen konnte und so die Zeit relativ schnell verging.
Am 11.01. kamen wir gegen Nachmittag endlich in Bangalore an. Zuerst fuhren wir zu unserem Hostel, um unser Gepäck abzustellen und uns etwas frisch zu machen bis es schließlich am Abend für uns aufs DGTL Festival ging, ein Techno-House-Festival welches ursprünglich aus Amsterdam kommt. Ein Freund, Bishal, hatte mir vor einiger Zeit von dem Festival erzählt, nachdem wir bereits unsere Südreise geplant hatten und zufällig war das Wochenende, an dem das DGTL Festival stattfinden sollte, genau an demselben, an welchem wir sowieso geplant hatten, in Bangalore zu sein. Dementsprechend erzählte ich meinen Mitbewohnerinnen davon und diese hielten es auch für eine gute Idee, dahinzugehen. So buchte Bishal sowohl für sich als auch für uns die Tickets. So gingen wir also am Abend des 11.01. auf das DGTL-Festival, wo wir Bishal und eine Freundin von ihm trafen. Die Musik war wirklich super und um 1 Uhr Nachts war das Festival, für diesen Tag zumindest, zuende und wir fuhren zurück zu unserem Hostel, wo ich anschließend, noch ein wenig von der Reise erschöpft, in einen komatösen Schlaf fiel.









Am nächsten Morgen mussten wir schon wieder auschecken. Wir fuhren also, mit unserem Gepäck beladen, zu einem schönen Frühstückscafe namens „Breakfast Club“ und frühstückten da ersteinmal entspannt. Anschließend ging es für uns zurück aufs Festival, welches übrigens in einem Hotelkomplex veranstaltet wurde, welcher eine schöne Location hergab. Anders als wir und auch Bishal dachten, konnten wir unser Gepäck nicht einfach irgendwo im Hotel abgeben, weshalb es erstmal fast zwei Stunden dauerte, bis wir eine Lösung für unser Gepäckproblem hatten, da wir es ja auch nicht einfach mit aufs Festivalgelände mitnehmen wollten oder durften. Schließlich, bis dahin war es bestimmt 16 Uhr, hatten wir endlich unser Gepäck in einer Ecke abstellen dürfen und konnten auf das Festivalgelände. Allerdings mussten Josi, Emma, Hannah und ich gegen 18 Uhr auch schon wieder los, da wir unseren Bus kriegen mussten, was ein wenig traurig war, da sowohl die Musik als auch die Stimmung gerade richtig gut waren. Aber man soll ja immer gehen, wenns am Schönsten ist…







Als wir schließlich dort ankamen, wo unser Bus abfahren würde, erfuhren wir, dass er etwas Verspätung haben würde, also gingen Hannah und ich nochmal los um nach etwas fürs Abendessen zu suchen. Wir landeten in einem Indischen Restaurant und bestellten etwas zum Mitnehmen, da wir den anderen auch etwas mitbringen sollten. Es war noch genug Zeit, entspannt an der Bushaltestelle abendzuessen und um meine Jeans gegen eine gemütliche Jogginghose zu wechseln. Gegen 9 Uhr kam dann auch endlich unser sleeper-Bus, welcher uns nach Munnar, ein bekanntes Teeanbaugebiet, fahren würde.
Um 13 Uhr kamen wir mit einiger Verspätung endlich in Munnar an. Auf dem Weg dahin konnte man schon bestimmt zwei Stunden vorher überall, wo man hinschaute, Teeplantagen sehen. Außerdem wird in dem Gebiet auch Kakao und Kaffee angebaut, aber ich glaube zu 90% vor allem Tee. Da es bereits nach Mittag war, aßen wir zuallererst einaml Mittag in einem Indischen Restaurant. Auch hier war unser Gepäck wieder das größte Problem. Wir fragte im Restaurant, wo wir gegessen hatten, ob wir unsere Rucksäcke eventuell in einer Ecke abstellen könnten. Obwohl sie uns gerne geholfen hätten, gab es leider wirklcih keinen Platz, wo wir es für 5 Stunden hätten abstellen können. Wir fragten noch in zwei Hostels nach, doch dafür hätten wir extra ein Zimmer für die paar Stunden buchen müssen, was recht teuer gewesen wäre. Nachdem wir also bereits beschlossen hatten, mit all unserem Gepäck hiken zu gehen, hielt eine Rikscha vor uns und der Fahrer fragte uns, ob wir nicht eine Tour mit ihm machen wollen. Er zeigte uns verschiedene Ziele, wo er uns hinfahren könnte und schließlich entschieden wir uns dafür, das uns der Rikschafahrer einfach für ein paar Stunden rumfahren und Zwischenstopps bei unterschiedlichen Zielen machen würde. Da es sich um eine recht geräumige Rikscha handelte, konnten wir auch problemlos unsere Rucksäcke im Kofferraum verstauen. Zuerst fuhren wir genau den selben Weg, den wir am Morgen mit dem Bus gekommen waren, zurück. Der erste Halt war an einem Wasserfall, anschließend hielten wir an einem Sandelholzwald, wo wir auch ein paar Rehe sehen konnten und hinterher nochmal an einem anderen kleineren Wasserfall, wo man in einer riesigen Schildkröte, welche sich als ein Eco-Shop entpuppte, unter anderem Sandelholtprodukte kaufen konnte. Der Fahrer konnte uns die ganze Zeit etwas zu der Region erzählen, da er ein Local war und sein Englisch auch richtig gut war. Auf dem Rückweg hielt er auf den Wunsch von uns noch an einem schönen Obststand, wo wir uns mit Obst und Bananenchips eindeckten, welche dort frisch zubereitet wurden. Das Obst snackten wir auf unserem Rückweg nach Munnar, den kleinen Ort, von wo aus auch unser Bus am Abend abfahren würde. Wir aßen nochmal im gleichen Indischen Restaurant wie am Mittag, weil es echt gut gewesen war und es auch nicht so viel Auswahl an Restaurants gab, und wollten dann zu unserem Bus laufen. Unser Rikschafahrer kam gerade auf uns zu, als wir aus dem Restaurant kamen und meinte, dass unser us doch schon in 10 Minuten abfahren würde und er uns eben zur Haltestelle bringen könnte, da wir es sonst nicht pünktlich schaffen würden. Wir schlugen das natürlich nicht ab, auch wenn wir dachten, dass der Bus wahrscheinlich sowieso nicht pünktlich sein würde und wir noch Zeit hatten. Zum Glück brachte uns aber der Rikschafahrer, da wir sonst tatsächlich unseren Bus verpasst hätten. Manchmal muss man wohl doch mal mit Pünktlichkeit in Indien rechnen. Wir fuhren nun 4 Stunden Bus, bis wir um 1 Uhr nachts in Allapuzha ankamen.









Obwohl wir mit unserem AirBnB abgesprochen hatten, dass wir erst so spät ankommen würden, machte uns, nachdem uns ein Rikschafahrer zur richtigen Adresse gefahren hatte, niemand auf. Nichteinmal nach mahrmaligem Klingeln und Klopfen. Auch hier hatten wir wieder einmal super viel Glück mit unserem Rikschafahrer, wie bereits in Munnar. Er wartete nämlich, um zu sehen, das wir reinkamen. Als er aber merkte, dass es Probleme gab, kam er zu uns und versuchte es auch nochmal mit klingeln und anrufen, da er anscheinend denjenigen von AirBnB kannte, doch keine Reaktion. Dann meinte er, wir sollen einsteigen, er würde uns jetzt zu einem anderen AirBnB von einem Bekannten fahren, doch leider gab es da keine freien Zimmer mehr. Schließlich konnte jemand den AirBnB-Menschen endlich erreichen und so fuhren wir zurück zur eigentlichen Adresse, wo wir nun endlich reinkamen und schlafen konnten.
Am nächsten Morgen schliefen wir alle erstmal richtig aus bis wir irgendwann langsam aufstanden, uns fertig für den Tag machten und direkt neben einen Kanal, welcher an die Grachten in Amsterdam erinnerte, da auch hier überall Boote auf dem Wasser zu sehen waren, brunchten. Gestärkt machten wir uns nun auf den Weg, ein Boot für unsere geplante Bootstour zu suchen. Keine 30 Meter vom Cafe, wo wir gegessen hatten, kam ein Mann auf uns zu und fragte, ob wir nicht eine 4-stündige Bootstour machen wollten. Das Boot mit dem Fahrer stand auch direkt daneben und das Boot war sowieso nur für 4 Menschen plus Fahrer vorgesehen und sah sehr hübsch aus. Wir handelten einen guten Preis aus und die Bootstour konnte beginnen. 4 Stunden lang fuhren wir nun durch die wunderschönen Kanäle, für welche Allapuzha bekannt ist. An den Seiten konnte man überall Palmen und wunderschöne bunte Hütten erkennen. Man sah Leute fischen, andere sah man Kanu fahren und dann begegnete man dauernt anderen Booten, manche so klein wie unseres, andere riesig, wo die Leute entweder drauf wohnten oder zumindest ein paar Nächte drauf verbrachten. Und dann gab es noch große Boote, wo recht viele Menschen waren und man Bollywood Musik leise wahrnehmen konnte. Irgendwann hielten wir kurz an einem kleinen Laden neben dem Kanal, wo wir uns ein Eis kauften und es Toiletten gab. Dort trafen wir auch auf ein etwas älteres, deutsches Paar, welches sich dazu entschlossen hatte, Kanu zu Fahren. Bei dieser Hitze und der starken Sonneneinstrahlung konnte ich nur zu gut verstehen, als sich die Frau etwas aufregte, dass es so anstrengend sei und sie doch lieber wie wir gemütlich in einem überdachten Boot einfach nur sitzen würde. Die beiden waren echt nett, wir verabschiedeten uns, wünschten ihnen noch viel Erfolg beim Vollenden der Kanu-Fahrt und die Bootstour ging weiter. Irgendwann wurde ich richtig müde und da auf unserem Boot auch eine Liege war, legte ich mich erstmal für eine Dreivietelstunde hin und schlief ein. Da die Kanäle sowieso einander ähnelten, verpasste ich nicht viel. Gegen Abend kamen wir irgendwann am gleichen Ort wieder an und legten dort an, wo wir auch abgefahren waren. Nun machten wir uns auf den Weg zu einem Restaurant namens „Avocado“, welches ich rausgesucht hatte, und wie sich herausstellte war das Ambiente da richtig schön. Es war in einem Hinterhof, welcher anscheinend zu einem Hostel gehörte. Die Musik war gut, überall hingen Lichterketten und Hängematten und auch die Bedienung war sehr freundlich und gechillt. Wir mussten zwar eine Weile auf unser Essen warten, doch schließlich war auch das Essen echt gut. Nachdem wir gegessen hatten, war es schon wieder spät und wir fuhren mit einer Rikscha zurück zu unserer Unterkunft.














Am nächsten Morgen mussten wir ganz früh aufstehen, da bereits gegen 6 Uhr unser Zug nach Trivandrum ging. Nach einer nicht zu langen Fahrt kamen wir mittags in dem Ort an und frühstückten ersteinmal in einem Schweizer Café. Danach brachte uns ein Auto nach Kovalam, einer Stadt am Strand. Wir checkten nun erstmal in unser wirklich schönes AirBnB ein, welches gerademal 10 Minuten Fußweg vom Strand entfernt war, und machten uns fertig für den Strand. Am Strand angekommen ging ich natürlich erstmal sofort ins Meer. Der Strand war nicht zu voll und das Wasser war wirklich sauber und klar. Nach einer Bräunungssession kaufte ich mir nun frisches Obst, welches an kleinen Ständen direkt am Strand angeboten wurde, und aß es auf meinem Handtuch sitzend mit der Sonne im Gesicht und Blick aufs Meer. Was Besseres gibt es kaum.





Irgendwann beschlossen wir, langsam zurück zu unserer Unterkunft zu gehen. Dort machten wir uns frisch und machten uns anschließend auf die Suche nach einem netten Strand-Restaurant, wo wir Abendessen könnten. Wir endeten im „Beatles“ wo sogar tatsächlich auch Beatles-Musik gespielt wurde. Nach einem guten Abendessen gingen wir zurück und ich schlief relativ schnell ein.


Am nächsten Morgen stand erstmal Ausschlafen auf dem Programm. Nur Josi war schon früh aufgestanden um schwimmen zu gehen. Ich machte mich fertig für den Strand und wir gingen in der „German Bakery“ direkt am Strand frühstücken/brunchen. Für mich gab es Pancakes, welche sich als einen guten deutschen Pfannkuchen herausstellten und dazu einen super leckeren Obstsalat. Gestärkt gingen wir dann direkt zum Strand wo wir nun bis zum Abendblieben. Ich ging zwei mal ins Wasser, kaufte mir zwischendurch nochmal einen super Obstsalat und ließ mich von der Sonne bräunen. Irgendwann fragte Maja, meine super Schwester (<3), ob wir telefonieren könnten und so redete ich auch noch auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft mit ihr, was wirklich schön war :). Angekommen, machte ich mich erstmal wieder frisch, dann gingen wir wieder zum Strand, um diesmal ein anderes schönes Restaurant auszuprobieren. Dort aß ich dann auch endlich mal Fisch. Denn wenn nicht am Meer, wo er super frisch ist, wo dann? Auf dem Rückweg holten Hannah und ich uns noch ein Eis und es ging zurück zum AirBnB.









Am nächsten Morgen stand auch ich recht früh auf, damit ich nochmal schwimmen gehen konnte. Hannah und Josi kamen auch mit zum Strand nochmal das Meer ausnutzen. Zurück in der Unterkunft war nun noch genug Zeit, das Saltwasser von meiner Haut und aus meinen Haaren zu waschen, bis wir leider schon auschecken mussten. Das war mit Abstand die beste Unterkunft auf dieser Reise, auch, was die Lage betrifft. Nachdem wir das AirBnB verlassen hatten, gingen wir wieder einmal zum Strand um dort zu frühstücken und anschließend etwas Zeit am Strand zu verbringen. Da keine Möglichkeit bestand, sich nochmal abzuduschen, konnte ich leider auch nicht mehr schwimmen gehen und so war die Sonne nicht ganz so gut auszuhalten. Wir beschlossen also, uns nochmal in ein Strandcafé zu setzen, etwas zu trinken und den Blick aufs Meer noch ein letztes Mal zu genießen, bis es gegen 16 Uhr zurück nach Trivandrum ging, der Ort, wo wir auch angekommen waren, von wo aus am Abend unser sleeper-Zug abfahren würde.
Da wir diesmal die etwas luxuriösere Variante des Sleeperzuges gebucht hatten, war ein leckeres indisches Abendessen und Decken inklusive, wodurch die Reise sogar nochmal etwas angenehmer wurde. Ich konnte die Nacht ganz gut schlafen und gegen 7 Uhr Morgens kamen wir schließlich in Udupi an, ein nicht sonderlich spektakulärer Ort, den wir aber herausgesucht hatten, da er etwa auf halbem Weg nach Pune lag und weil eine Freundin von Hannah in der Nähe auch ein Jahr lang einen Freiwilligendienst macht. Janne, die Freundin von Hannah, trafen wir dann, als wir in einem Café frühstückten, da sie extra für den Tag nach Udupi gekommen war, um ihn mit uns zu verbringen. Nach einem guten Omlett und leckerem Chai machten wir uns also auf den Weg zu einem Tempel, welchen wir uns anschauen wollten. Da es aber sehr voll war und wir mit unseren riesuígen Rucksäcken wahrscheinlich sowieso nicht reingekommen wären, entschlossen wir uns dann, einfach zum Strand zu fahren. Den Tag verbrachten Emma, Josi und ich am Strand, während sich die anderen beiden ein Museum ansehen wollten und anschließend kurzfristig noch zu Jannes Einsatzstelle gefahren waren, dass Hannah sich das angucken konnte.
Irgendwann beschlossen wir drei, in ein Strandcafé zu gehen und schafften es irgendwie, unser plus Hannahs Gepäck etwa 200 Meter über den heißen Sand zu schleppen. Im Café aßen wir und schauten gleichzeitig nach einer Alternative zu dem Zug, den wir hätten eigentlich nehmen wollen. Da unsere Sitzplätze bis zu dem Zeitpunkt allerdings immernochnicht bestätigt worden waren, beschlossen wir, am Abend einen Bus zu nehmen, der uns auch, im Gegensatz zum Zug, welcher uns nur nach Mumbai gefahren hätte, direkt nach Pune bringen würde. Am 19.01. Kamen wir irgendwann am Vormittag in Pune an und so hatten wir noch den ganzen Sonntag, um uns etwas von der recht durchgeplanten Reise zu erholen, bis es dann am Montag wieder ganz normal zur Arbeit gehen würde.


Das war meine Reise in den Süden Indiens, welche mir sehr gut gefallen hat. Ich hoffe, ihr konntet einen ganz guten Einblick kriegen. Habt noch einen schönen Tag! 🙂
