Freizeitgestaltung Part 2 und Goa

Heute kommt der zweite Teil meines Blogeintrages zu meiner Freizeitgestaltung.

An Wochenenden gehen wir öfter mal aus. Zuerst gehen wir meistens ins High Spirits, eine Bar, die mittlerweile auch zu einem Zuhause geworden ist, weil wir da so oft sind. Zu Beginn wird im Draußen-Bereich Livemusik gespielt bis diese gegen 10:40 aufhört. Dann geht es im Drinnen-Bereich weiter mit einem DJ, bis das High Spirits schließlich gegen 12 schließt. Mittlerweile kennen wir hier schon so viele Leute, dass wir im High meistens Freunde treffen oder uns auch schon vorher treffen oder verabreden. Nachdem das High geschlossen hat, gehen wir meistens noch in einen anderen Club. Häufig wird es dann Coco oder Zeleb, so heißen unsere beiden Stammclubs, welche allerdings auch gegen 2 oder 3 schließen. Clubs in Indien schließen wirklich früh, aber daran haben wir uns schon lange gewöhnt. Meistens chillen wir danach noch bei Freunden und manchmal sind wir um 2 auch schon so fertig, dass wir nach Hause gehen, das kommt immer drauf an. Die meisten Clubs und Bars, in die wir gehen, sind höchstens 20 Minuten Fußweg von zu Hause entfernt und befinden sich ebenfalls in Koregaon Park, dem Stadtviertel, in dem ich wohne. Gerade durchs ausgehen haben wir auch schon viele Leute kennengelernt die mittlerweile zum Teil zu richtig guten Freunden geworden sind. Ich habe hier in Pune mittlerweile schon so gute Freunde gefunden, dass es mich wirklich richtig traurig macht, wenn ich daran denke, dass ich hier irgendwann wieder wegmuss.

Natürlich mache ich auch noch mehr als nur auszugehen. An einem Samstag, was jetzt aber auch schon wieder einige Wochen her ist, war ich mit Emma in der Phoenix Mall, einem sehr großen und sehr westlichen Einkaufszentrum hier in Pune, in dem es zum Beispiel auch Zara und H&M gibt. Da habe ich mich erstmal mit ein paar neuen Klamotten eingedeckt, da ich wirklich nicht viel mit nach Indien genommen hatte, da ich ja auch gar nicht damit gerechnet habe, mich hier so westlich kleiden zu können und mir nicht sicher war, was ich hier anziehen könnte. Und wer mich kennt, weiß auch, wie sehr ich shoppen und Klamotten liebe :D. Da Emma, was shoppen betrifft, genauso tickt wie ich, wurde aus dem Tag ein richtig schöner entspannter Shoppingtag, der bei McDonalds endete, wo ich zum ersten Mal seit langem einen Veggie Burger aß, da er im deutschen Mcces ja abgeschafft wurde. In Indien gibt es ganz im Gegenteil eine riesige Auswahl an Vegetarischem, was ich natürlich sehr begrüße.

Vor allem an Sonntagen setze ich mich auch schonmal gerne in ein Café hier in KP, meist ins One O Eight und schreibe Blogeinträge oder recherchiere für mein Studium. Ich denke zurzeit recht häufig darüber nach, ob ich nicht einfach hier studieren soll um in Pune zu bleiben. Ich fühle mich in dieser Stadt einfach so wohl und kann mir nicht vorstellen, zurück nach Deutschland zu kommen. Ich würde Pune zu sehr vermissen. Aber dann denke ich auch, dass mein Abschluss viel mehr anerkannt wird, wenn ich in Deutschland studiere als wenn ich in Indien studieren würde. Deshalb würde Pune wahrscheinlich eher für ein Auslandssemester in frage kommen. Aber eines weiß ich sicher, ich muss hier irgendwann wieder zurückkommen!

Häufig, wenn ich abends von der Arbeit komme, habe ich manchmal nicht mehr die Energie, groß noch etwas zu machen. Dann male ich zum Beispiel. Außerdem lese ich zurzeit auch relativ viel. Morgens mache ich zur zeit auch eigentlich jeden Tag ein kurzes Workout und es fehlt mir, wenn ich es mal einen Tag nicht schaffe, Sport zu machen, daher wird auch die nächste Woche etwas hart für mich, da ich da besser keinen Sport machen sollte (ich habe den Blog eigentlich schon vor ein paar Wochen geschrieben, aber es erst jetzt geschafft, in ein Café zugehen, um ihn fertigzustellen. Weshalb ich eine Woche keinen Sport machen konnte, lag daran, dass es nicht empfohlen wird, direkt mit einem frisch gestochenen Tattoo Sport zu machen :D)

Das sind so die Hauptbeschäftigungen, wenn ich mal zu Hause bin. Häufig ruft abends, wenn Josi und ich gerade am malen sind, weil Josi auch so viel malt, wie ich, ein guter Freund an und fragt, ob wir noch ein Lassi trinken gehen wollen oder Momos essen wollen. Momos sind so gefüllte Teigtaschen und bei uns in KP gibt es sowohl für Lassi als auch für Momos gute Ecken, wo man hinkann, die Allan uns schon gezeigt hat. Er wohnt etwa 10 Minuten mit Auto von uns entfernt und kommt abends sowieso oft nach KP und fragt uns dann eben immer, ob wir mitwollen. Mit ihm und seinen Freunden, die auch alle voll cool sind, waren wir auch vor drei Wochen auf dem NH7 Festival in Pune. Das ging vom 29. November bis zum 1. Dezember. Wir waren spontan mit denen am Samstag und Sonntag da und es war wirklich richtig schön. Auf dem Festival haben wir auch wieder voll nette Leute kennengelernt und auch noch andere Freunde getroffen. Da das Festival immer gegen 10 oder 11 schon zu Ende war, waren wir danach immer noch im High und dann noch im Coco oder Euriska, ein anderer schöner Technoclub, wo wir aber nicht ganz so oft hingehen, wie ins Zeleb oder Coco.

Weekend in Goa

So und jetzt zum Schluss noch etwas zu Goa. Letztes Wochenende waren wir vier (WG) mit einem guten Freund (Ricky) in Goa. Genauer gesagt in Arambol, ein sehr schöner und ruhiger Ort mit perfektem Sandstrand und Hippie-Flair. Ricky buchte für uns netterweise die Bustickets, weil er Inder ist und es somit für ihn viel einfacher war, als wenn wir uns darum hätten kümmern müssen, da er Hindi spricht. Am Freitag gegen 7 Uhr abends ging es dann für uns los nach Goa. Ricky hatte die letzte Reihe im Bus gebucht, sodass wir alle nebeneinandersitzen konnten. Wir fuhren 11 Stunden lang in dem Bus, bis 6 Uhr morgens und es war unmöglich, für längere Zeit im Bus zu schlafen, da die Straßen nun einmal typisch indisch waren, also mit ganz vielen Unebenheiten, wodurch man manchmal halb in die Luft geschleudert wurde, da Sicherheitsmaßnahmen wir Gurte in Indien auch eine Seltenheit sind. Nachdem wir die lange Busfahrt endlich überstanden hatten, fuhren wir mit einem Auto, einer Art Taxi, zum Strand nach Arambol. Wir stiegen mit unserem ganzen Gepäck aus und liefen nun noch etwa 200 Meter, bis wir am Strand waren. Genau zu dieser Zeit, als wir ankamen, fing auch gerade der Sonnenaufgang an, sodass wir am wunderschönen, relativ leeren Sandstrand, mit den Füßen im Wasser, den Sonnenaufgang miterleben durften. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, da wir am Meer sind, setzten wir uns in den Sand und merkten jetzt erst so richtig, wie müde wir eigentlich waren. Wir saßen nun, etwas erschöpft, und ich holte meine Kamera raus, um auch damit noch ein paar Fotos zu machen, bis nach einer Stunde, gegen 8, die ersten Strandcafés öffneten. Wir setzten uns nun in eines der wunderschönen Cafés und bestellten uns erstmal ein sehr leckeres Frühstück, ich hatte Käseomelette und Bruschetta und dazu einen Kaffee, den ich, seit ich in Indien bin, viel zu selten trinke. Schließlich, nachdem wir uns gestärkt hatten, zogen wir uns um und gingen schwimmen, da wir beschlossen hatten, erst am Nachmittag einzuchecken in unser Airbnb. Das Wasser war unerwartet warm und weder irgendwelche Algen, noch Steine waren im Wasser. Außerdem gab es Wellen mit perfekter Größe und genug Platz zum Schwimmen, da es wie gesagt ein relativ leerer Strand war. Ich bin von uns allen am längsten im Wasser geblieben, bestimmt zwei Stunden, bis meine Finger schrumpelig waren. Da uns erzählt wurde, dass es in Arambol einen sehr schönen Hippie-Markt gibt, machten Hannah, Ricky und ich uns auf den Weg dahin, während die anderen beiden auf unser Gepäck aufpassten. Wie sich herausstellte, war der Markt keine 2 Minuten Fußweg vom Strand entfernt und wirklich riesig. Es gab Läden für alles, und alles war wirklich Hippie-angehaucht. Ich wollte mir ein Handtuch für den Strand kaufen, da ich nur mein viel zu kleines schnelltrockner-Handtuch mitgenommen hatte. Doch erst einmal kaufte ich mir ein Batik T-Shirt, was ja typisch Goa ist. Da die Läden wirklich alle richtig schön und meistens auch echt stilvoll waren, kaufte ich mir noch ein paar andere Sachen und schließlich auch ein Tuch für den Strand, auf dem ich mich später in der Sonne bräunen würde. Bei allem, was ich kaufte, handelte Ricky jedes Mal den Preis runter, sodass ich am ende einiges an Geld eingespart hatte. Schließlich gingen wir wieder zurück zum Strand zu den anderen, da wir bestimmt eine Stunde lang weg waren. Nun passten Hannah und ich auf das Gepäck auf und Josi, Emma und Ricky gingen auf den Markt. Jetzt legte ich mich auf mein neu erworbenes Strandtuch und döste ein wenig, bis die anderen irgendwann gegen Mittag wieder zurückkamen und wir alle anfingen, wieder Hunger zu bekommen. Wir setzten uns also in das gleiche Strandcafé wie am Morgen, weil es so nett und lecker war. Ich bestellte mir eine Pizza Fungi.

Nach dem Essen war es langsam Zeit, zu unserem Airbnb zu gehen, und da uns angezeigt wurde, dass es in Arambol im Ort drin ist, liefen wir etwa 20 Minuten vom Strand weg, bis wir bei der angegebenen Location ankamen. Dort riefen wir den Typen an, der uns das vermietet hatte, und schließlich stellte sich raus, dass die angegebene Location gar nicht stimmte. Wir sollten zum Strand kommen, da unsere Unterkunft angeblich direkt am Strand war. Etwas genervt aber auch vorfreudig, da wir nun direkt am Strand wohnen würden, liefen wir mit all unserem Gepäck zurück zum Strand und suchten die Unterkunft. Dazu liefen wir den gesamten Markt entlang und mir wurde bewusst, dass er sogar noch größer war, als ich dachte. Irgendwann fanden wir unser Airbnb, Arambolicious hieß es, und es war tatsächlich direkt am Strand. Wir checkten ein und ich duschte erstmal und machte mich frisch. Irgendwann meinte Josi zu mir, dass ich unbedingt rauskommen muss zum Strand, weil der Sonnenuntergang nun Begann. Ich holte meine Kamera raus und wir gingen zum Strand, um ein paar Fotos zu machen. Am ende hatten wie einfach nur Spaß und fotografierten uns abwechselnd, wobei ganz viele richtig schöne Fotos entstanden, die unsere Freude wiederspiegelten, dass wir endlich in Goa und am Meer waren.

Nachdem es schließlich dunkel wurde, gingen wir ein bisschen in den Ort rein und aßen in so einem veganen Restaurant zu Abend, was erstaunlich gut war. Danach kauften wir uns noch ein bisschen Alkohol und saßen uns an den Strand und ließen so den Abend ausklingen. Am nächsten Morgen standen Josi und ich ganz früh auf, also um 8:30 Uhr, da wir schwimmen gehen wollten. Josi ging nach etwa 20 Minuten wieder raus, ich blieb noch für mindestens eine weitere halbe Stunde im Wasser und genoss, wie mir die sich im Wasser wiederspiegelnde Sonne ins Gesicht schien, während ich schwamm. Um 10:30 Uhr mussten wir schließlich auschecken. Nun suchten wir uns ein anderes nettes Strandcafé und frühstückten, auch wieder sehr lecker. Danach machten wir uns auf den Weg, da wir an diesem Tag zu einem anderen Strand fahren wollten, Baga-Beach. Wir liefen noch einmal über den schönen Markt und bestellten schließlich ein Cap, welches uns zum Baga-Beach fuhr. Während der einstündigen Fahrt schlief ich die meiste Zeit. Als wir dann ankamen, fiel mir sofort auf, dass dieser Strand sehr viel touristischer war und auch viel voller, sodass ich es sofort etwas bereute, dass wir nicht einfach in Arambol geblieben sind. Wie mieteten uns für zwei Stunden, bis 16 Uhr, Liegen und ich döste wieder ein bisschen. Schwimmen an diesem Strand war nahezu unmöglich. Wir gingen zwar ins Wasser, aber kamen nach etwa 10 Minuten wieder raus, da es einfach viel zu voll war. An diesem Strand gab es Leute, die mit Obst rumgelaufen sind, und so kaufte ich mir eine ganze Wassermelone für 100 Rupien, was etwa 1,20€ sind, die dann frisch aufgeschnitten wurde. Etwa gegen 16 Uhr liefen wir in den Ort rein und aßen zu Mittag, bevor uns ein Cap schließlich wieder dahin fuhr, von wo aus unser Bus abfahren würde. Gegen 7 Uhr stiegen wir in den Bus und fuhren die gleiche unebene Strecke, die wir gekommen waren, zurück nach Pune. Am nächsten Morgen erreichten wir Pune gegen 6 Uhr morgens, sodass ich noch etwas schlafen konnte, bevor es für mich um 12:30 Uhr wieder zur Arbeit ging. Nach Goa möchte ich auf jeden Fall noch ein paar Mal, weil es mir einfach so gut gefallen hat, vor allem Arambol. Ich habe echt gemerkt, wie gut mir Meerluft und Strand und alles tut.

So das war es mit meinem Blogeintrag. Als nächstes werde ich wahrscheinlich darüber schreiben, wie ich Weihnachten und Sylvester dieses Jahr gefeiert habe.

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