In diesem Blogeintrag wird es um dies und das gehen, was so in den letzten Wochen passiert ist.
Eine Sache möchte ich hiermit aber nochmal erwähnen. Mein Blog beruht wirklich nur auf meinen eigenen Erfahrungen, was heißt, dass alles, was ich in meinem Blog schreibe nicht auf ganz Indien verallgemeinert werden sollte. Ich möchte mit meinem Blog nur einen kleinen Einblick in das Land aus der Sicht einer einzelnen Person geben. Ich schreibe in meinem Blog nicht über das ganze Land und die ganzen Menschen. Das sollte jedem klar sein, der meinen Blog liest, da es schnell passieren kann, dass man etwas über ein Land aus der Sicht einer einzelnen Person hört und dadurch direkt das gesamte Bild, was man von diesem Land hat, geprägt wird. Also seid euch dem immer klar! Und jetzt viel Spaß beim Lesen meines Blogs.
Am Montag, den 2. September 2019, hat hier in Pune das Ganesh Festival begonnen. Dies ist eines der wichtigsten hinduistischen Feste in Indien und wird unter anderem hier in Pune ziemlich ausschweifend gefeiert. In meinem letzten Blog habe ich dies bereits kurz angesprochen, und jetzt, nachdem das Festival nun vorbei ist, möchte ich einen kurzen Einblick in das Ganesh Festival bieten.
Am Montag den 2. September hat das Festival begonnen, mit welchen die ANkunft des hinduistischen Gottes auf die Erde gefeiert wird. Ganesha ist übrigens der rosafarbene Elefant. Bereits Wochen vorher hat man an jeder Straße Läden gesehen, die nur diese Ganesha-Statuen verkauften, die so ziemlich jeder für sich zu hause gekauft hat. Auch Maher hatte ein paar dieser Statuen und bei Maher haben Josi und ich auch am Montag den Ganesh Chaturthi gefeiert. Eigentlich war am Montag Feiertag, doch Maher hat uns eingeladen, den Tag mit ihnen zu zelebrieren also haben wir das natürlich auch gemacht. Als wir etwas verspätet bei Maher ankamen, da unsere Rikscha, die wir bestellt hatten, 20 minütige Verspätung hatte, warteten schon alle draußen im Garten vor dem Maher-Office. Alle standen um einen Ganesha-Schrein, oder wie man es nennen soll, herum und auf dem Boden hatte Arti, sie arbeitet bei Maher, mit farbigem Sand ein Muster gelegt. In der Mitte des Musters stand eine Öllampe und als Josi und ich ankamen, durften wir jeweils einen Teil der Lampe anzünden.


Nachdem eine kleine Zeremonie durchgeführt wurde, ging eine Schüssel rum, die mit Öl gefüllt war und angezündet wurde. Jeder hielt kurz seine Hände in das Feuer und strich es sich dann von der Stirn über die Haare. Anschließend gab es Essen, nämlich kleine Gebäcke, die man auf dem Bild oben auch vor der Ganesha Statue sieht, die mit irgendeiner süßen Masse, die ein bisschen wie Marzipan schmeckte, gefüllt waren. Nach dieser Zeremonie liefen die meisten noch einmal um den Block während es regnete. Es gab einen Van, aus dem Musik gespielt wurde und ein paar tanzten dann im Regen vor dem Van herum und verteilten untereinander und auch auf die, die es nicht wollten, pinkes Farbpulver. Als wir wieder im Maher Office ankamen, spielten ein paar noch in dem Schlamm, der sich durch den Regen im Garten gebildet hatte, und versuchten sich gegenseitig in den Schlamm zu werfen. Die Stimmung war wirklich ausgelassen und alle hatten gute Laune. Irgendwann bestellten wir dann eine Rikscha zurück nach Hause, als die Feier so langsam zu Ende ging.
Noch einige Tage dauerte das Festival an. Mal bekam ich es mehr mit, mal weniger. In unserem Viertel Koregaon Park, wo wir wohnen, und auch sonst überall in Pune, standen mal kleinere, mal größere Bühnen, auf der Ganesha Statuen aufgebaut waren. An manchen Abenden hörte ich es ganz laut, wie Musik gespielt wurde und sah, wie Menschen abends vor den Bühnen tanzten. Am letzten Tag des Ganesh Festivals war wieder Feiertag und Josi und ich waren wieder eingeladen, um ihn bei Maher zu feiern. An dem Tag gab es auch wieder eine Zeremonie und auch wieder das gleiche Gebäck. Zum Abschluss wurden zwei Ganesha Statuen in Wasser getaucht, was eine Tradition dieses Festivals ist. Die Statuen verloren dabei langsam ihre Farbe und lösten sich auf, da sie aus entsprechendem Material waren.




Hier sieht man schon etwas besser, wie sich die Statue auch auflöst
Das wars im großen und ganzen mit dem Einblick in das Ganesh Festival. Während des Festivals feierten wir aber auch Sister Lucys Geburtstag, was natürlich auch groß zelebriert wurde. Ich hab ja in meinem letzten Blog erklärt, wer Sister Lucy ist. Diesmal waren nicht nur Josi und ich eingeladen, sondern auch Emma und Hannah, meine anderen beiden Mitfreiwilligen, sind eingeladen worden. Die Feier fand etwas außerhalb, in Vatsalyadham, dem Frauenhaus, statt, also bestellten wir uns zu viert per Uber ein Auto, was uns dahin brachte. Als wir gegen 5 Uhr ankamen, hatte die Feier bereits begonnen. Sie begann schon am Morgen mit einer Blood donation, wo Leute, wenn sie wollten, Blut spenden konnten. Doch uns wurde gesagt, dass es reiche, wenn wir um 5 da sind. Als wir also ankamen, war das erste, was mir auffiel, eine große Bühne auf der gerade ein Tanz aufgeführt wurde und eine riesige Menschenmasse, die vor der Bühne saß. Wir vier setzten uns auf freie Stühle und schauten uns erstmal eine ganze Weile das Programm an, was die Leute von Maher für Sister Lucy einstudiert hatten. Darunter waren Tänze unterschiedlichster Art und von unterschiedlichsten Altersgruppen, es wurde ein Gedicht vorgetragen und nach jedem Programmpunkt wurde Sister Lucy von der jeweiligen Gruppe ein Geschenk übergeben und es wurden Fotos gemacht. Nach einer Weile gab es dann so langsam Abendessen und ich liebe ja indisches Essen ohnehin schon, doch an dem Tag gab es eine riesige Auswahl an Essen und ich nahm mir von jedem etwas, wo mir gesagt wurde, dass es nicht zu scharf sei. Als Nachtisch gab es süße Kugeln, die die Konsistenz von Marzipan hatten, total süß waren und in Sirup eingelegt waren. Ich liebe diese Kugeln und hatte sie auch vorher schonmal bei Maher gegessen. Außerdem gab es dann noch Geburtstagskuchen zum Nachtisch. Am Ende des Abends war ich total vollgegessen und trotzdem hätte ich noch mehr essen können, weil das Essen einfach zu gut war. Als wir anschließend langsam aufbrechen wollten, bestellten wir uns wieder über Uber ein Auto, was sich allerdings als Schwierigkeit herausstellte, weil wir so weit außerhalb von Pune waren, dass nur sehr wenige Uberfahrer zu erreichen sind. Aber am Ende hatten wir doch noch ein Auto bekommen, auch, wenn wir gefühlt eine Stunde warten mussten, bis es endlich da war.

Vor mir sitzt Sister Lucy, auf der Bühne führen gerade ein paar Maher-Jungs einen Tanz auf.

So das wars jetzt erstmal auch wieder. Ich habe mir überlegt, dass es vielleicht besser wäre, wenn ich regelmäßiger Blogeinträge verfasse, dafü aber kürzere. Wahrscheinlich wird die nächsten Tage auch direkt wieder ein Blog online gehen, da in letzter Zeit wirklich viel passiert ist.
