Endlich habe ich es mal wieder geschafft, einen neuen Blogeintrag zu scheiben.
Die letzten Wochen war einiges los, weshalb ich irgendwie nicht dazu gekommen bin, zu schreiben. Deswegen versuche ich die letzten Wochen jetzt mal grob zusammenzufassen, dazu wird die Tage jetzt auch nochmal ein zweiter Eintrag zu meiner Freizeitgestaltung folgen. Mein letzter Eintrag war ja über das Sportcamp, was jetzt auch schon wieder über einen Monat her ist. Vor dem Sportscamp fand Diwali statt, eines der größten Festivals, die hier in Indien gefeiert werden. Wie ich bereits in einem vorherigen Blogeintrag angekündigt habe, werde ich dazu jetzt nochmal genauer etwas zu schreiben. Ich werde vor allem darüber berichten, wie ich dieses Fest miterlebt und gefeiert habe.
Natürlich wurde Diwali auch wieder bei Maher groß gefeiert, ähnlich wie das Ganesha Festival, allerdings fand die Hauptfeier an einem Sonntag in Vadhu statt und uns wurde ein Tag vorher bescheid gesagt, sodass wir an dem Sonntag natürlich bereits andere Pläne hatten und somit nicht an dieser Feier teilnehmen konnten.
Freunde von uns feierten aber ebenfalls Diwali und so wurden wir am 22. Oktober zu einer recht traditionellen Feier, wo auch der Dresscode dementsprechend traditionell war, von indischen Freunden eingeladen und am Wochenende wurden wir von Freunden aus Mozambique, die hier in Pune studieren, für ein BBQ eingeladen. Bei beiden Feiern stellte sich am ende aber raus, dass sie eher veranstaltet wurden, um einen Grund für eine Party zu haben als dass wirklich auf traditionelle Weise Diwali zelebriert wurde. Trotzdem waren beide Feiern wirklich schön. Diwali in Indien kann man übrigens in etwa mit Weihnachten in Deutschland vergleichen, es ist ein Fest der Familie und wird hier vielmehr gefeiert als Weihnachten, daher war es natürlich schön, wenigstens mit Freunden ein wenig Zeit zu verbringen.
Wir nahmen aber auch etwas vom traditionellen Diwali mit. Am Montag war nämlich Padwa, davon hatte uns Amol, unser Arbeitskollege, erzählt. Am Sonntag ging es mir bereits ziemlich schlecht und ich merkte, dass ich krank werde. Für Padwa mussten wir am Montag mitten in der Nacht um 4 Uhr aufstehen, da uns gesagt wurde, dass es dann losginge. So quälte ich mich so krank wie ich war aus dem Bett um mit Hannah und Emma zusammen zu dem Ort zu fahren, wo Padwa stattfinden sollte, denn ich wollte das auf keinen Fall verpassen. Amol hatte uns nämlich Bilder gezeigt, dass bei dieser Veranstaltung ganz ganz viele dieser Laternen in die Luft steigen, die man anzünden muss damit sie in den Himmel steigen. Als wir also ankamen, war es allerdings noch sehr leer und wir dachten alle, dass wir eigentlich noch länger hätten schlafen können. Vereinzelt sah man die Laternen, doch so richtig beeindruckend war das nicht. Nachdem wir gefühlte zwei Stunden gewartet hatten, ging es dann langsam richtig los. Immer mehr Leute kamen zu dem Ort, welcher ein riesiger Park mit einem schönen Tempel in der Mitte und einen mit Wasserlilien überwucherten Graben um den Tempel herum war. Nach und nach stiegen schließlich immer mehr der Laternen in die Luft, manche blieben in Bäumen hängen, andere zerplatzten bereits, bevor sie überhaupt aufstiegen. Außerdem wurden überall Kerzen angezündet und manchmal ergaben hunderte von Kerzen ein Symbol oder ein Muster auf dem Boden. Nachdem wir uns das Geschehen lang genug angeschaut hatten, beschlossen wir, langsam zu gehen, damit wir uns vor der Arbeit nochmal hinlegen konnten. Auch ich musste am Montagmorgen ausnahmsweise mal früh aufstehen, da es dann für mich und Josi nach Vadhu ging.
Da mit Diwali auch die Diwali-Ferien, welche zwei Wochen andauern, mit einhergehen, verbrachten die Kinder in Maher ein paar Tage bei ihren Familien, sofern sie wollten und Familie hatten. Somit gab es für Josi und mich im Office nicht viel zu tun, da aus diesem Grund alle Classes ausfielen. Deshalb verbrachten wir drei Tage in Vadhu und dann noch zwei Tage in Vatsalyadham, dem Haus für Frauen.
Sowohl Josi als auch ich waren die Tage in Vadhu sehr krank und ich lag für einen Tag auch fast die ganze Zeit im Bett und schlief. Trotz Krankheit war es schön, mal wieder in Vadhu zu sein, da wir da seit dem viertages-Trip ganz am Anfang nicht mehr waren. Am Freitag, wo es bei mir langsam wieder besser wurde, ließ sich Josi krankschreiben, da sie nun Fieber hatte. So musste ich an dem Tag alleine nach Vadhu fahren. Bis zum Mittag hatte ich nicht wirklich viel zu tun. Ich verbrachte die erste halbe Stunde mit den Kids, worunter auch welche aus dem Office waren, die die Diwali-Ferien in Vatsalyadham verbrachten. Danach mussten die Kids aber reingehen und ich hatte nichts mehr zu tun bis zum Mittagessen. So trank ich einen Chai, redete ein wenig mit den Frauen und einer Hausmutter, sofern sie Englisch sprechen konnten und ging schließlich hoch ins Esszimmer, wo ich schließlich auf einen meiner Schüler traf und etwas mit ihm spielte und ihn Fotos mit meinem Handy machen ließ. Schließlich kamen zwei andere Freiwillige zurück, welche den Vormittag in einem anderen Maherhaus verbracht hatten. Nun gab es Mittagessen und anschließend verbrachten wir den Rest des Tages in der Produktion von Maher, wo Josi und ich am Vortag auch schon Armbänder aus Perlen gemacht hatten. Heute machten wir Ohrringe. Gegen sechs versuchte ich dann schließlich ein Uber zu finden, welches mich zurück nach Hause fahren sollte. Nachdem ich nach einer Stunde immer noch kein Uber hatte, war ich langsam am Verzweifeln. Es ist normal, dass es außerhalb von Pune etwas länger dauert, bis man ein Uber hat, aber eine Stunde ist dennoch unnormal lang. Es hatte den Nachmittag auch die ganze Zeit geregnet, was die Suche zusätzlich erschwerte. Ich saß draußen, da ich im Gebäude keinen Empfang hatte und wartete auf ein Uber. Ich hatte auch Josi schon angerufen, dass sie auch sucht, weil es vielleicht bei ihr klappte. Schließlich nach viel zu langer Zeit fand Josi ein Uber für mich und schickte mir, wann es ankommen sollte. Ich ging also langsam zum Tor des Geländes, da es in 10 Minuten kommen sollte. Das Uber bewegte sich aber nicht und aus 10 Minuten wurde am Ende eine Stunde. Jetzt wartete ich schon seit zwei Stunden auf ein Auto. Mittlerweile war es auch schon dunkel und ich wurde die ganze Zeit von Moskitos zerstochen, ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch und fragte Mama, ob sie telefonieren könne, leider sah sie das nicht. In dem Moment wollte ich einfach nicht länger alleine auf mein Uber warten, welches nicht kam. Schließlich, nach einer weiteren halben Stunde, fuhr ein Maher Auto los in dem Sister Lucy war und fragte mich, da ich von da aus offensichtlich kein Uber kriegen würde, ob sie mich mitnehmen sollten. Sie fuhren zwar nicht nach Pune, aber kamen zumindest am nächsten größeren Ort vorbei, von wo aus ich sicherlich eher ein Uber finden würde. Ich stieg also ein und bestellte mir ein Uber zu diesem Ort, wo sie mich absetzen würden. Als sie fragten, ob sie noch warten sollen, sagte ich, dass es okay sei, da mein Uber laut App in 5 Minuten da sein sollte und ich keine Umstände bereiten wollte. Ich stieg aus und Stellte mich an den Straßenrand einer stark befahrenen Straße. Als meine App schließlich anzeigte, dass mein Uberdriver angekommen sei, konnte ich kein Auto mit der entsprechenden Nummer finden und so rief ich den Driver an. Wie sich herausstellte, sprach er kein Englisch und ich konnte ihn auch nicht sehen. Später stellte sich heraus, dass er mit auf Marathi versucht hatte, zu erklären, dass er weiter die Straße runter steht, denn er ist dann extra ausgestiegen und zu mir gelaufen, um mich zum Auto zu bringen. Doch da war es schon zu spät und meine Nerven waren nun komplett am Ende und ich konnte die Tränen nicht länger zurückhalten. Als ich Mein Uber nämlich nicht fand und ich den Fahrer nicht verstehen konnte, habe ich mir in meiner Verzweiflung nämlich schon ausgemalt, wie ich die Nacht am Straßenrand verbringen würde. Schließlich saß ich aber, nachdem ich vor über drei Stunden angefangen hatte, nach einem Uber zu suchen, im Auto, welches mich endlich zurück nach Hause brachte. Zu Hause telefonierte ich dann erstmal mit meiner Mama, da ich sie in dieser schwierigen Situation so einfach gerne bei mir gehabt hätte, so sehr habe ich sie noch nie vermisst, seit ich in Indien bin.
Warum ich das alles so ausführlich beschrieben habe? Ich wollte euch einen Einblick in den schlimmsten Tag geben, seit ich hier in Indien bin. Ich hatte einen totalen Nervenzusammenbruch an diesem Abend. Zum Glück kann ich sagen, dass es seitdem auch wieder alles gut gelaufen ist. Aber auf Uber kann man sich eben einfach nie verlassen, erst recht nicht, wenn man irgendwo außerhalb von Pune eins bestellen möchte, nachdem es den ganzen Tag geregnet hat. Am Ende kann ich aber sagen, dass dies auf jeden Fall eine Erfahrung war und man an soetwas am Ende auch irgendwie wächst. Nochmal möchte ich das trotzdem nicht durchmachen.
Das war es auch soweit zu meiner Diwali-Zeit. Nach dieser Woche war Diwali dann auch offiziell zuende.
Und jetzt kommen noch ein paar Fotos, die ich im Office von Maher, meinem normalen Arbeitsplatz, aufgenommen habe…

Josi mit zwei unserer Schülern 
Während der Class, wir sitzen immer auf einer Matte auf dem Boden, mittlerweile allerdings immer draußen auf der Terasse 
In Premsagar, dem anderen Maherhaus, wo wir immer von Office aus hinlaufen, um unsere erste Class am Tag zu haben 
So oder ähnlich sieht mein tägliches Mittagessen bei Maher aus 
Premsagar 
Premsagar 
Meine Schüler haben meine Handykamera entdeckt und wollen jetzt immer Fotos machen 
Class 
Class 
Selfie 
Und vor ein paar Tagen haben die Kids dann auch noch entdeckt, wie man mit meiner Kamera „wunderschöne“ Tierfilter verwendet 















